Sie fahren nach Australien – ein aufregendes Land, voller Abenteuer.  Sie haben sie die Bilder angesehen, Sie haben auf die Karten geschaut, jetzt ist es Zeit zu wissen, was Sie wirklich benötigen, bevor Sie aufbrechen.

Australien ist groß – sehr groß

Entfernungen, die auf einer Karte klein erscheinen, können in der Realität sehr viel größer sein.  Von der südwestlichen Spitze Westaustraliens bis zur Nordostspitze von Queensland ist es ungefähr so weit wie von Marokko bis Litauen.  Die Fahrt von Sydney nach Melbourne dauert 10 Stunden. Von Sydney nach Perth ist man drei Tage unterwegs.  Die Entfernungen sind kein Problem, aber man muss sich darauf vorbereiten.

 

Das Wetter ist vielfältig

In Australien gibt es Kamele und Pinguine.  Sie leben nicht zusammen (was lustig sein könnte), sie leben Tausende von Kilometern voneinander entfernt.  In Australien gibt es Wüsten, tropische Regenwälder und kühles Meeresklima. Sie sollten sich also besser mit mit angemessener Kleidung darauf einstellen.  Im Süden Australiens, insbesondere in Victoria und Tasmanien, kann es selbst im Sommer kalt werden. Eine Jacke ist deshalb immer eine gute Idee.

Die Sonne ist heiß – sehr heiß

In Europa ist die Sonne gelb, in Japan rot und in Australien weiß.  Die Sonne in Australien ist anders und man muss besonders vorsichtig sein.  Im Hochsommer werden Sie sich ohne Sonnenschutz innerhalb von 15 Minuten einen Sonnenbrand zuziehen.  Die Kinder dürfen in der Schule nicht ohne eine Kopfbedeckung spielen.  Und von Rotschöpfen sagt man, sie seien in Flammen aufgegangen.

Also packen Sie eine Sonnenbrille, einen Hut und langärmlige Hemden ein.  Nehmen Sie kein Sonnenbad, es sei denn, Sie möchten rot werden.  Gehen Sie morgens oder abends an den Strand, um die schlimmste UV-Strahlung zu vermeiden.

Trinken Sie viel Wasser!

Wenn Sie sich in der Sommerhitze im Freien aufhalten, wird empfohlen, jede Stunde einen Liter Wasser zu trinken.  Bier und Kaffee zählen nicht!  Als Faustregel gilt: Wenn Sie durstig sind, dann sind Sie bereits dehydriert.  Möchte jemand Wasser?

Gefährliche Tiere

Ja, Australien ist berühmt für seine gefährlichen Tiere.  Und ja, Sie sind sicher.

Gehen Sie Schlangen aus dem Weg, indem Sie sich von hohem Gras und Sanddünen fernhalten.

Schwimmen Sie nicht in unbekannten Billabongs im Northern Territory.

Stecken Sie Ihre Finger nicht in dunkle Ritzenn. So vermeiden Sie Spinnen … Aber eigentlich ist diese Regel grundsätzlich sinnvoll.

Wir sind Stadtmenschen

Australien gilt als eines der am stärksten urbanisierten Länder der Welt. Trotz unseres Rufs, im Outback Krokodile zu fangen, trinken wir lieber einen Cappuccino und sehen uns einen Film an.  Sie können den größten Teil Australiens für sich allein haben. Das kann durchaus positiv sein, wenn Sie richtig vorbereitet sind.

Quarantäne und Zoll sind streng

Die Isolation Australiens hat die Ausbreitung einer Vielzahl von Pflanzen, Insekten und Krankheiten verhindert.  Und der australische Zoll tut alles, damit das auch so bleibt.  Wenn Sie unbehandeltes Holz, Samen oder frische Lebensmittel aus Übersee mitbringen, müssen Sie diese deklarieren.  Wenn der Zoll den Verdacht hat, dass sie etwas Unerwünschtes nach Australien einführen könnten, wird er es beschlagnahmen und vernichten.

Wenn Sie auf einer Farm oder in einer ländlichen Gegend in einem tropischen Land waren und Schlamm an Ihren Schuhen haben, müssen Sie diese möglicherweise am Flughafen waschen.

Obst von einem Staat in einen anderen zu bringen ist ebenfalls nicht erlaubt.  Das Land ist so groß, dass Tiere und Insekten in bestimmten Gebieten isoliert sind.

Wenn Sie gebeten würden, eine durchschnittliche Australierin oder einen durchschnittlichen Australier zu beschreiben, wie würde sie oder er aussehen?

Vielleicht wie Hugh Jackman, Mel Gibson oder Heath Ledger?  Oder vielleicht wie Nicole Kidman, Cate Blanchett oder Kylie Minogue?

Wenn Sie in Australien ankommen, werden Sie feststellen, dass die Realität ganz anders aussieht.

Zunächst einmal sind 33 Prozent (6.163.667) der Australier im Ausland geboren. Fast jeder fünfte (18 Prozent) ist nach 2012 eingewandert.

Und 49 Prozent der Australier sind im Ausland geboren oder ihre Eltern sind im Ausland geboren.  Die Hälfte aller Australier waren bei ihrer Geburt also gar keine Australier!

Obwohl England und Neuseeland immer noch die größten Herkunftsländer der Neu-Australier sind, tragen auch China und Indien 8,3 Prozent bzw. 7,4 Prozent signifikant zur Bevölkerungsentwiclung bei.  Noch sind Smith, Jones und Williams die gebräuchlichsten Namen im Land. Der siebthäufigste Name ist mittlerweile allerdings Nguyen, was auf die große vietnamesische Gemeinde des Landes zurückzuführen ist.

Im Jahr 2016 wurde in über 20 Prozent der Haushalte eine von 300 verschiedenen Sprachen gesprochen, die in australischen Wohnzimmern vorkommen. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Australier sprach zu Hause eine andere Sprache als Englisch.

Unterdessen ist die Zahl der Menschen, die sich selbst als Aborigines oder Torres-Strait-Insulaner identifizieren, im Steigen begriffen. Sie hat sich von 2,5 Prozent der australischen Bevölkerung im Jahr 2011 auf 2,8 Prozent (oder fast 650.000 Menschen) im Jahr 2016 erhöht.

Was bedeutet das für Reisende?

Zunächst einmal imacht es Spaß, Menschen zu beobachten, denn es gibt fast jedes erdenkliche Gesicht zu entdecken.

Wo sie auch hinkommen, werden Sie köstliche, authentische Gerichte aus der ganzen Welt finden.  Chinesisch und chilenisch, thailändisch und türkisch, deutsch und griechisch, mexikanisch – was immer Sie wollen!  Sie finden auch eine Menge Gerichte der so genannten „Fusion-Küche“. Australier lieben es, die Speisen, die sie kennen und lieben, auf unkonventionelle Art und Weise zu verändern.

Sie werden außerdem viele Nischenaktivitäten und -sportarten aus der ganzen Welt finden.  Wenn Sie Ire sind und Hurling spielen wollen, werden Sie einen Club finden. Sollten Sie Brasilianer sein und dem Capoeira frönen wollen, können Sie das tun. Und wenn Sie aus Deutschland kommen und das Oktoberfest feiern wollen, werden Sie viele Leute finden, die sich Ihnen anschließen.

Sie planen Ihre Reise nach Australien, sind aber besorgt wegen all der Geschichten über tödliche australische Spinnen, die am Flughafen nur darauf warten, dass ein schmackhafter Tourist vorbei kommt? Sie können beruhigt sein: Unsere Spinnen sind weder besonders aggressiv noch haben sie in 40 Jahren einen Todesfall verursacht.

1979 gab es in Australien den letzten bekannten Todesfall durch einen Spinnenbiss. Mittlerweile ist für die beiden tödlichen Spinnenarten ein Gegengift verfügbar. Diese beiden, auf die Sie achten sollten, sind die Rotrückenspinne und die Trichternetzspinne.

Rotrückenspinne  

Diese Spinnenart ist in ganz Australien verbreitet. Sie erkennen sie an ihren schwarzen (manchmal braunen) Körpern und ihrem charakteristischen roten Punkt/Streifen auf dem Rücken. Sie sind klein, etwa 1–4 cm groß und sehr verbreitet. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sich im Moment eine davon am Türrahmen unseres Büros befindet. Nur die weibliche Exemplare sind gefährlich. Sie sollten also darauf achten, dass Sie den Abwasch machen und den Toilettensitz herunterklappen 🙂

Trichternetzspinne

Trichternetzspinnen kommen nur im Südosten Australiens vor, und nur die Sydney-Trichternetzspinne ist tödlich. Diese Spinnen sind etwas schwerer zu erkennen und können mit vielen anderen Spinnenarten verwechselt werden. Sie sind schwarz, vielleicht etwas größer als eine Rotrückenspinne (1–5 cm) und hässlich wie die Nacht. Wie auch bei der Rotrückenspinne sind nur die weiblichen Exemplare gefährlich.

 

Welche Vorsichtsmaßnahmen muss man bei Spinnen beachten?

Hier sind ein paar Dinge, die für jeden Aussie selbstverständlich sind, wenn er die freie Natur genießt:

 

  1. Spinnen mögen dunkle, geschlossene Räume. Wenn Sie Ihre Schuhe (oder möglicherweise auch andere Kleidungsstücke) über Nacht oder für längere Zeit im Freien gelassen haben, sollten Sie die folgenden Schritte befolgen. Klopfen Sie mit dem Absatz auf den Boden, um unheimliche Krabbeltiere zu entfernen, und drücken Sie dann auf die Oberseite des Schuhs. Klopfen Sie erneut auf den Boden, um wirklich sicher zu sein.
  2. Die Stellen, an denen Sie am ehesten einer Spinne begegnen werden, sind Schuppen, Topfpflanzen, Außentoiletten, Gartenmöbel, Baumstämme (mit loser Rinde) und Brennholz. Denken Sie daran: Unsere Spinnen sind nur dann aggressiv, wenn sie gestört werden. Stecken Sie also nicht Ihren Finger oder Ihre Zehe in solche Stellen. Wenn Sie auf einem Stuhl im Freien oder auf der Veranda sitzen, werfen Sie einfach einen kurzen Blick unter die Sitzfläche und die Kissen, bevor Sie sich entspannen.
  3. Achten Sie beim Zelten darauf, dass Ihr Zelt immer geschlossen ist.
  4. Tragen Sie bei Wanderungen in bewaldeten Gebieten stets geschlossenes Schuhwerk.

 

Wenn Sie Pech hatten und glauben, dass Sie von einer der beiden oben genannten Spinnen gebissen wurden, sollten Sie möglichst rasch ein Krankenhaus oder eine Krankenpflegestation (falls Sie sich an einem abgelegenen Ort befinden) aufsuchen, damit Sie dort untersucht werden können und Ihnen falls erforderlich ein Gegengift verabreicht wird. Wenn Sie von einer Rotrückenspinne gebissen werden, kann ein Eisbeutel oder eine kalte Kompresse den Schmerz lindern. Sollten Sie jedoch von einer Trichternetzspinne gebissen werden, müssen Sie die gesamte betroffene Extremität fest bandagieren.